Was ist das: die Bordeaux-Subskription?

Bei der Bordeeaux-Subskription handelt es sich im Grunde um eine Art Warentermingeschäft: Sie kaufen heute zu einem bestimmten Preis eine Ware, die es noch nicht gibt (den Bordeaux-Wein des übernächsten Jahrgangs), und hoffen, dass der Preis steigt, wenn der Wein geerntet, gekeltert und auf Flaschen gefüllt ist. Sie handeln also mit einem im doppelten Sinne des Wortes fantastischen Produkt: Nicht nur ist der Bordeaux ein fantastischer Wein – nein, zum Zeitpunkt der Bordeaux-Subskription ist der Wein auch noch ein reines Fantasieprodukt!

 

Bordeaux-Subskription – ein Geschäft mit der Zukunft

Jedes Jahr harren die Weinhändler, die Sommeliers und die Kenner und Liebhaber der Bordeaux-Weine auf Robert Parker und seine Wein-Beurteilung. Das Urteil des US-amerikanische Weinkritikers entscheidet oft über Wohl und Wehe einer Ernte, denn seine Note bestimmt in nicht unerheblichem Maß den Preis. Welchen Sinn also kann es machen, sich auf ein solch unwägbares Geschäft einzulassen? Einige gute, aber auch einer dagegen: Wer Risiken scheut, sollte sich auf einen Handel mit der Zukunft nicht einlassen!

 

Der Händler der Bordeaux-Rotweine

Der Händler von Bordeaux-Weinen muss sich seine Chargen sichern. Was, wenn die Ernte gut, ja exzellent war und der Markt deshalb wie leergefegt ist? Dann ist ihm ein unter Umständen großes Geschäft entgangen. Um dem vorzubeugen oder die Schärfe zu nehmen, beteiligen sich die Händler der Bordeaux-Rotweine an der Subskription: Sie schließen ihre Geschäfte mit den Weinbrokern der Bordelaiser Weingüter ab, den ‚negociants‘.
Der Händler muss ein Gespür dafür entwickeln, was sich in zwei Jahren zu einem aus heutiger Sicht besseren Preis verkaufen lässt. Dabei handelt es sich zumeist um Sonderformate und Weine kleinerer Güter. Aber auch darauf kann er sich nicht immer verlassen: Eine schlechte Ernte oder ein abfälliges Parker-Urteil – und schon sieht es für ihn schwierig aus.

 

Der Konsument der Bordeaux-Rotweine

Bordeaux-Rotweine gewinnen mit dem Alter an geschmacklicher Reife und dadurch an finanziellem Wert. Es ist nicht ungewöhnlich, wenn die Rotweine aus Bordeaux nach zwanzig, dreißig Jahren ihre eigentliche Trinkreife erhalten (und vorher schlichtweg ungenießbar sind). Und es ist auch nichts Ungewöhnliches, wenn sie erst nach vierzig langen Jahren der Ruhe und Reife in der Flasche ihren Höhepunkt erreicht haben. Für den Liebhaber des Bordeaux eine harte Zeit des Wartens und nur mit zwei Gründen zu rechtfertigen: Er sammelt Jahrgänge und will seine Sammlung vollständig halten; oder er bzw. sie denkt in größeren zeitlichen Dimensionen an eine Art Anlage. Ein vierzig Jahre alter Bordeaux-Rotwein eines herausragenden Jahrgangs ist eine Weinrarität und kann auf Weinauktionen hervorragende Preise erzielen. Nur eines gilt es zu beachten: Sie als Konsument schließen nicht mit dem Weinbroker den Vertrag, sondern mit einem Händler. Wählen sie den also besonders sorgsam aus, damit Sie sicher sien können, dass er in zwei Jahren Ihre sorgfältig ausgewählte Bordeaux-Subskription auch liefern kann …